Magazine Dezember 2020

Besondere Zeiten, besondere Herausforderungen

Die Welt verändert sich und mit ihr auch die Vorstellungen, wie eine moderne Strickerei aussehen und was sie bieten sollte. Was als gemeinsamer Traum der einstigen Kollegen John Elmuccio und Jon Lewis begann, wird nun Realität und entwickelt sich recht interessant unter dem Namen Evolution St. Louis.

Dream-Team

Als sich die Wege der beiden Weggefährten in den letzten Jahren immer wieder kreuzten, wurde ihnen klar, dass sie nicht nur die gleiche Philosophie teilten, sondern mit ihrem breitgefächerten Branchenwissen auch die Erfahrung hatten, wirklich etwas zu verändern: Es musste einen besseren Weg geben, als den im Ausland produzierten Aufträge hinterherzuhetzen, dem niedrigsten Preis nachzujagen und sich mit den logistischen Fragen einer Übersee-Produktion auseinanderzusetzen.

Sie hatten die Vision, die herkömmliche Lieferkette zu entstauben und die fortschrittlichste Strickerei der USA aufzubauen. Mit einer beachtlichen Anzahl an Hightech-Maschinen, die es ihnen erlauben würde, jeden Auftrag anzunehmen und in kürzester Zeit zu bearbeiten. Mit der gesamten Fertigungskette an einem Ort – zentralisierte Prozesse vom Design bis zur Logistik, kurze Reaktionszeiten, umweltfreundliche Produktion und zufriedene Mitarbeiter.

Das letzte Puzzleteil fand seinen Platz, als sie auf das Team vom St. Louis Fashion Fund stießen. Nach diesem Treffen war klar: Saint Louis war der Ort, wo alles, was sie suchten, zusammenkam: Der Geist eines ehemaligen Textilzentrums, das dabei ist, den Industriezweig wiederzubeleben, Fachschulen, wo lokale Fachkräfte quasi vor der Haustür rekrutiert werden können und eine Infrastruktur, die es ihnen erlaubte, ihren Plan in die Tat umzusetzen.

Mit der Eröffnung von Evolution St. Louis begann die Vision Gestalt anzunehmen. Mit einer wachsenden Anzahl an high-tech 3D und knit and wear® Flachstrickmaschinen, fortschrittlicher Stricktechnologie und der Software knitelligence® von Stoll, ist Evolution St. Louis in der Lage, eine eindrucksvolle Bandbreite an Produkten zu entwerfen und herzustellen: Dazu zählen zum Beispiel Formgestricke, komplexe Muster, Schuhe und intelligente Textilien unter anderem für die Bekleidungs-, Schuh- oder Automobilindustrie.

Mit kurzen Wegen schnell ans Ziel

Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Textilindustrie gewannen die Besitzer von Evolution St. Louis den Eindruck, dass die traditionelle Lieferkette quasi "außer Mode" gekommen ist. Die Vorlaufzeiten sind einfach viel zu lang. Deshalb verkürzten sie die Lieferkette und produzieren vor Ort in den Vereinigten Staaten. Ihr Konzept lässt auch kleine Produktionsposten und schnelle Produktwechsel zu. Markeninhaber und der Einzelhandel können so besser mit Trends schritthalten und schnell auf Kundenbedarf reagieren statt auf Prognosen angewiesen zu sein. Die kurzen Wege stellen nicht nur eine schnelle Reaktionszeit sicher, sondern unterstreichen auch die umweltfreundliche Einstellung des Unternehmens.

Wo wir gerade von der Natur sprechen – nicht nur die kurzen Wege geben Zeugnis vom Engagement für Nachhaltigkeit von Evolution St. Louis. Bei der Suche nach dem richtigen Standort für ihr Projekt, wurde entschieden, ein bestehendes Gebäude zu renovieren anstatt neu zu bauen. Dabei wurde besonders viel Wert darauf gelegt, nachhaltige Systeme einzubauen und dadurch eine möglichst positive CO2-Bilanz zu erzielen. Und auch bei der Auswahl ihrer Maschinen bleiben sie dieser Philosophie treu: Die fertig konfektionierten Artikel können fast ohne Abfall produziert werden.

Bei ihrem hohen Anspruch an Qualität, Flexibilität und ihrem Engagement für Nachhaltigkeit – wen wundert es, dass ihre Wahl bei Strickwerkzeugen auf Groz-Beckert fällt.

Ein herkömmliches T-Shirt kann bei seiner Herstellung – von der Baumwolle bis es im Laden liegt – etwa zwischen 18.000 und 30.000 km zurücklegen. Mit einer kürzeren Fertigungskette und lokaler Produktion kann diese Strecke um bis zu 85 % verkürzt werden.