Magazine Juli 2017

Die textile Welt im Blick: von litespeed® plus bis dur

Seit ewigen Zeiten werden Stoffe aller Art von Menschen mit Stickereien verziert. Vor allem die meisterlichen Seidenstickereien aus China – die schon immer von Hand, und in alten Zeiten sogar ausschließlich von Männern, hergestellt wurden – sind seit Jahrhunderten weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Damit bilden sie heute allerdings eine Ausnahme, werden die meisten Stickarbeiten doch mit computergesteuerten Maschinen hergestellt. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Mit dem Einzug der Wendepailletten in die Welt der Kindermode liegt aktuell vor allem die Paillettenstickerei voll im Trend.

Verschiedene Sticktechniken

Beim klassischen Stickverfahren werden verschiedene Designs auf fertige oder auch unfertige Kleidungsstücke aufgestickt. Die computergesteuerten Stickmaschinen sind heute in der Lage, selbst aufwendige Designs präzise und mehrfarbig aufzusticken. Dabei ist jeder Stickkopf mit mehreren Nadeln ausgestattet, die die verschiedenfarbigen Garne führen. Die unterschiedlichen Garnfarben werden von der Stickmaschine entsprechend des Designs nacheinander aufgestickt.

Neben dem klassischen Stickverfahren hat sich beispielsweise auch die Kordel- bzw. Schlaufenstickerei bis heute gehalten. Bei diesem Verfahren wird eine Kordel mit einem sogenannten Kordelgarn auf dem Stickuntergrund festgestickt, um erhabene Ornamente herzustellen.

Ein ähnlicher Effekt kann auch mithilfe der 3-D-Stickerei erzeugt werden, allerdings werden dazu Schaumstoffe mit Kleber auf dem Stickboden fixiert und anschließend überstickt. Der überschüssige Schaumstoff wird abgezogen, der 3-D-Effekt an den überstickten Stellen jedoch bleibt erhalten.

Die Paillettenstickerei

Pailletten sind kleine und sehr dünne Plättchen aus Metall oder beschichtetem Kunststoff mit einem Durchmesser von 4─10mm. Ihr durch Lichtreflexionen und Bewegung erzeugter Glanz macht sie besonders als Verzierung von Kleidung und Accessoires beliebt. Meist werden die Pailletten auf den textilen Untergrund aufgenäht, können aber auch aufgeklebt oder -gestickt werden.

Das Aufsticken der Pailletten erfolgt standardmäßig auf herkömmlichen Stickmaschinen, die mit entsprechendem Maschinenzubehör ausgestattet sind. Dabei werden die Pailletten der Stickmaschine auf Bändern zugeführt. Die Nadel durchsticht das Loch in der Mitte der Paillette und fixiert die Paillette so mithilfe eines Steppstiches auf dem Stickuntergrund.

Voll im Trend liegen derzeit vielfältige Designs mit sogenannten Wendepailletten. Die Pailletten sind beidseitig gefärbt und so auf den Stickuntergrund aufgebracht, dass sie sich beim Darüberstreichen wenden lassen. Auf diese Weise lassen sich gleich zwei Designs mit einem Stickvorgang umsetzen. Vor allem in der Kindermode finden die „Zauberpailletten“ viel Anklang, aber auch bei der Herstellung von Erwachsenenmode wie Cocktailkleidern oder Partyröcken bedient man sich dieser Technik.

Technische Stickerei

Heutzutage wird das Verfahren des maschinellen Stickens allerdings nicht mehr nur zur Dekoration von Bekleidung oder anderer Textilien eingesetzt. Vielmehr kommt es vermehrt im Bereich der technischen Textilien zum Einsatz. Dabei werden zum Beispiel bestimmte Fasern, elektrische Leiter, Sensoren oder auch Batterien auf einem Textil befestigt.
Das Anbringen dieser Fasern oder anderer Elemente mittels einer Stickmaschine bietet im Vergleich zum herkömmlichen Aufnähen einige Vorteile: Mit einer computergesteuerten Stickmaschine können die Stiche sehr genau positioniert werden, zudem sind Richtung und Größe der Stiche frei wählbar. Ist das Stickprogramm einmal erstellt und optimiert, kann das Ergebnis unbegrenzt reproduziert werden.

Im Bereich der Technischen Textilien hat sich vor allem das Tailored Fiber Placement (TFP) etabliert. Bei diesem Verfahren wird das Material (Fasern, Bänder, Sensoren etc.) mithilfe eines Zick-Zack-Stichs über einen speziellen Stickkopf auf dem Stickuntergrund fixiert. Das aufzubringende Material wird allerdings nicht von der Nadel durchstochen, sondern vom Oberfaden „eingeschnürt“. So entstehen verstärkende Strukturen, die sich auch einer dreidimensional gekrümmten Form anpassen lassen. Das TFP kommt derzeit vor allem im Leichtbau, im Automobilbau und in der Raumfahrttechnik zum Einsatz.

Das Werkzeug "Nadel"

Schon immer spielt das Werkzeug „Nadel“ beim Sticken eine wesentliche Rolle. Durch den Einsatz von Stickmaschinen und deren Weiterentwicklung sind die Anforderungen an die Nadel stetig gestiegen. Das wachsende Sortiment an Stickmaterialien und die immer anspruchsvolleren Wünsche an das Design tun ihr Übriges. Mit Stickmaschinennadeln von Groz-Beckert nutzen Sie Werkzeuge, die selbst bei höchsten Stickgeschwindigkeiten und der Verarbeitung unterschiedlichster Materialien und Garne ein tadelloses Ergebnis liefern. Die Nadeln sind in ihrer Geometrie und Beschaffenheit optimal für den Einsatz auf Stickmaschinen abgestimmt. Damit erhalten Sie ein Endprodukt, das nicht nur Sie, sondern auch Ihre Kunden überzeugt.

Nadeln für die Ein- und Mehrkopfstickerei

konzipiert wurde. Ihr erhöhter Auslenkwiderstand, das größere Öhr sowie die verkürzte Spitze sorgen aufgrund der sicheren Schlingenaufnahme für eine Reduzierung von Fehlstichen und Fadenbruch sowie für eine maximale Schonung von Faden und Material.

Für das Besticken von widerstandsfähigen Materialien wie Basecaps oder Leder hat Groz-Beckert die Sonderanwendungsnadel DB x K5 SAN® 1 GEBEDUR® entwickelt. Aufgrund ihrer konstruktiven Eigenschaften und der Titannitrid-Beschichtung bietet diese Sonderausführung zusätzlich maximalen Verschleißschutz und höchste Stabilität.

Die Besonderheiten der DB x K5 SAN® 1 GEBEDUR®:

1. Der verstärkte Schaft erhöht die Nadelstabilität. Dadurch werden Nadelauslenkung und -bruch reduziert.

2. Das neue Hohlkehldesign mit Hohlkehlfase führt zu einer verbesserten Schlingenaufnahme und reduziert so die Anzahl von Fehlstichen und Nadelbruch; außerdem wird der Greifer geschont.

3. Die optimierte Geometrie zwischen Öhr und Hohlkehle verbessert ebenfalls die Schlingenaufnahme und reduziert die Anzahl von Fehlstichen noch weiter.

4. Das vergrößerte Öhr vereinfacht das Einfädeln und ermöglicht ein besseres Gleiten des Stickgarns im Nadelöhr.

5. Die GEBEDUR®-Beschichtung verleiht der Nadel maximalen Verschleißschutz.

Stickmaschinennadel, an der die Besonderheiten markiert sind

Die Sonderanwendungsnadel DB x K5 SAN® 1 GEBEDUR®

Anwendungsgebiete der Groz-Beckert Stickmaschinennadeln:

Sowohl die DB x K5 als auch die DB x K5 SAN® 1 GEBEDUR® eignen sich für einen universellen Einsatz; die DB x K5 SAN® 1 GEBEDUR® ist darüber hinaus prädestiniert für die Verarbeitung von widerstandsfähigen Materialien wie Mützen oder Leder. Auch die DB x K5 KK (mit verkürztem Kolben) kann bei der Produktion von Mützen zum Einsatz kommen. Sie bietet aber auch entscheidende Vorteile bei der Paillettenstickerei und für die Erzeugung sogenannter 3-D-Effekte.

Lieferprogramm für die Ein- und Mehrkopfstickerei:

Groz-Beckert bietet ein umfassendes Lieferprogramm an Maschinennadeln für die Ein- und Mehrkopfstickerei mit verschiedenen Spitzenformen, Beschichtungen und Stärken. Weitere Informationen zu Stick- oder Nähmaschinennadeln von Groz-Beckert erhalten Sie in unserer Broschüre Maschinennadeln für die Ein- und Mehrkopfstickerei oder im persönlichen Kontakt mit den Sewing-Experten von Groz-Beckert.

Um Sie als Kunde vor Plagiaten zu schützen ─ die auf den ersten Blick oft nicht vom Original zu unterscheiden sind, jedoch nicht an die Qualität von Groz-Beckert Produkten heranreichen ─ finden Sie bereits auf jeder 10er-Verpackungseinheit einen DataMatrix-Code. Mit diesem können Sie über die App „mygrozbeckert“ die Originalität der Nadeln prüfen.